RASTA dominiert von Beginn an

„Wir haben nichts zu verlieren“, gab Cheftrainer Björn Harmsen seinem Team mit in die Partie. Den Anfang machten Jasper Günther, Darien Jackson, Cosmo Grühn, Adam Touray und Andreas Seiferth. Die Münsteraner, bei denen Connor Harding verletzt fehlte, wirkten aber früh – zu früh – beeindruckt. RASTA dominierte von Beginn an im Stile eines Spitzenteams, gab mit frühem 7:0-Lauf zur 12:2-Führung gleich die Richtung vor, stieß aber auch nicht auf größtmögliche Gegenwehr. RASTA wirkte beachtlich souverän und spielte Team- und Tempobasketball par excellence und seine ganze individuelle Klasse aus. Angesichts des nach nur gut sieben Minuten schon auf 20 Punkte angewachsenen Rückstands (7:27) war früh klar, ärgern können würde der Aufsteiger den Tabellenführer an diesem Abend mitnichten. Vechtas überragender Power Forward Tajuan Agee hatte bereits 10 seiner am Ende 20 Punkte beigesteuert. Cosmo Grühn traf aus der Distanz, aber die WWU Baskets taten sich gegen die wachsame und bewegliche Verteidigung der Niedersachsen schwer. Thomas Reuter und Stefan Weß versenkten jeweils weitere Dreier zum 17:34 nach dem ersten Abschnitt.

Kurze Hoffnung

Leichte Hoffnung bei den Münsteraner Fans kehrte in Viertel zwei ein, als der agile Darien Jackson scorte, Vechtas Joel-Sadu Aminu blockte, um anschließend per Freiwurf nachzulegen (21:41, 23.). Oder als Jordan Jones spektakulär per Dunking durch die RASTA-Defense zum Dreipunktspiel durchbrach, Adam Touray aus der Mitteldistanz den kleinen Lauf fortführte und Münsters Fans in Extase versetzte (27:47, 26.). Ty Harrelson nahm eine Auszeit, korrigierte die Defensive. Oder als Andreas Seiferth am offensiven Brett zu einem 7:0-Lauf kurz vor der Halbzeit vollendete (34:52). Allen Münsteranern Hoffnungsschimmer gemeinsam: Vechta antwortete stets mit eigenen Läufen – zuletzt in den Schlusssekunden der ersten Halbzeit mit fünf Zählern von Joel Aminu. Die WWU Baskets hatten durchaus gute Wurfchancen, trafen allerdings bis zur Pause 42 %, RASTA indessen beeindruckende 63 % aus dem Feld. Der Rückstand von 34:57 nach Halbzeit eins war folgerichtig deutlich.

Gäste nicht aufzuhalten

Erneut brauchten die Vechtaraner keinen Anlauf. Da auch die WWU Baskets mit Punkten dagegen halten konnten, hielten sie das Ergebnis in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit noch um die 25-Punkte-Marke. RASTA nutzte eine glücklose Phase der Münsteraner zu einem 15:2-Lauf und zum bitteren Zwischenstand 43:81. Es war eine Lektion, die das ProA-Schwergewicht, das vor drei Jahren noch in der Champions League gespielt hatte, dem Liga-Neuling erteilte. Nach 30 Minuten waren die Gastgeber 51:88 im Hintertreffen.

17-jähriger Paul Viefhues mit ersten ProA-Dreiern

In Anbetracht der klaren Verhältnisse gaben beide Cheftrainer im Schlussviertel ihren Nachwuchstalenten Spielzeiten. Zunächst feierte der Gästeblock das 17-jährige Center-Talent Johann Grünloh für seine ersten Saison-Punkte, ehe die WWU-Baskets-Fans die Halle erbeben ließen, als der ebenfalls 17-jährige Paul Viefhues zwei Dreier versenkte und einen Block gegen Kaya Bayram setzte. Seine ersten ProA-Punkte überhaupt, Belohnung für intensive Trainingswochen nach seinem Handbruch. Zwischenzeitlich war der Rückstand auf 40 Punkte angewachsen. Aufgrund der Vechtaer Klasse ist zu „befürchten“, dass das erste Pflichtspiel-Derby der beiden Nachbarklubs auch das letzte in Münster gewesen sein könnte. #wearemuenster und #alarmstufeorange standen für eine faszinierende Derby-Atmosphäre trotz sportlichen Klassenunterschieds. Auf ein Wiedersehen am 5. März im Rasta Dome in Vechta!

BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA – 13. Spieltag
WWU Baskets Münster – RASTA Vechta 68:102 (17:34/34:57/51:88)

WWU Baskets: Jackson (10), Viefhues (6/2), Günther (3), Weß (6/2), Pétursson (4), Seiferth (10), Jones (7, 6 Reb.), Pahnke (2), Touray (10), Grühn (3/1), Reuter (7/2)
RASTA Vechta: Schneider (12/1), Bayram, Jones (14/2), Ferner (5/1), Lodders (10/), Agee (20/4, 7 Reb.), Schwieger (11/1), Wolf, J. (3/1), Aminu (7/1), Flanigan (16/4)

Viertelergebnisse: 17:34 / 17:23 / 17:31 / 17:14
Zahlen & Fakten: Zweier-Quote: 38% (WWU Baskets) / 68% (RASTA Vechta); Dreier-Quote: 28% / 48%; Freiwurf-Quote: 70% / 79%; Assists: 14 / 25; Rebounds: 36 / 33; Turnover: 13 / 10
Schiedsrichter: Pawlik, Oehlmann, Oesterle
Zuschauer: 2.500 (Halle Berg Fidel, Münster)

Letztes Spiel im Jahr 2022 bei Dresden Titans

Noch einmal müssen die Münsteraner vor dem Jahreswechsel weit reisen. Am Donnerstag, 29. Dezember, sind die WWU Baskets bei den Dresden Titans zur letzten Partie im Jahr 2022 zu Gast. Hochball in der Margon-Arena ist um 20.00 Uhr. Wer die WWU Baskets nach Elbflorenz begleiten möchte, kann sich im Online-Ticketshop der Titans Tickets sichern.

Interview mit Oliver Pahnke

„Die Zeit war bislang grossartig“

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner