Späte erste Gästepunkte aus dem Feld
Die Uni Baskets waren einmal mehr in dieser Saison nicht ansatzweise komplett. Nun erwischte es Neil Masnic, der krankheitsbedingt passen musste. Bo Hodges und Julius Ferber fehlten ohnehin – beide inzwischen mit dem Saisonaus. Am „Internationalen Tag gegen Rassismus“ begannen die Münsteraner durchaus schwungvoll und defensiv clever, aber lange ohne Fortune oder mit Unvermögen im Abschluss. Beide Teams waren in einem zerfahrenen Auftaktviertel kalt, ehe Nürnberg offensiv traf und Münster Ballverluste (8:6 im ersten Viertel) produzierte (13:1, 7.). Endlich kamen dann über Jason Ani die ersten beiden Münsteraner Feldkörbe und dazu Oli Pahnkes Fastbreak auf das Tableau. Das Momentum wechselte und der Rückstand sank bis zur Viertelpause auf sieben Zähler (15:8).
Low-Scoring bis zur Pause – 29:28-Halbzeitführung
Die Partie war auch im zweiten Abschnitt kampfbetont, aber ohne großen Rhythmus in beiden Offensivreihen. Allerdings fuchste sich das Team von Götz Rohdewald über das Fundament seiner hohen defensiven Intensität langsam auch besser in seine offensiven Abläufe hinein. Es fand wieder Anschluss über seinen ersten Dreier im achten Anlauf von Andrew O`Brien und einem feinen Fastbreak, den Paul Viefhues vollendete (18:15, 14.). Nürnberg bewegte den Ball gut und führte noch einmal zweistellig (25:15, 17.). Doch der Gast ließ dann seine Rotation immer besser wirken. Acht Münsteraner punkteten schon vor der Pause. Deshon Tayloer konterte erst über den zweiten Münsteraner Dreier. Anschließend ließen defensiv immer stärker werdende Münsteraner 3:12 Minuten lang vor der Pause keinen Zähler mehr zu und kamen über ihren 11:0-Lauf gar zu ihrer ersten Führung – zugleich der 29:28-Halbzeitstand aus Sicht der Gäste. Welch eine Motivationsspritze nach den so schweren Vorwochen pünktlich zur Halbzeitbesprechung!
Klasse drittes Viertel – 13-Punkte-Pausenführung
Im Gegensatz zu den vergangenen Begegnungen gelang auch der Einstieg in die zweite Halbzeit: Adam Touray traf artistisch zum Dreipunktspiel. Curtis Jones Jr. legte vier Zähler und Deshon Taylor den Dreier obendrauf nach (30:38, 23.). Schon im Verlauf des zweiten Viertels des Turnover-Festivals der ersten Halbzeit (10:9 für Nürnberg) hatten die Münsteraner die Ballverluste reduziert. Nach Wiederbeginn produzierten sie knapp 12 Minuten lang keinen einzigen mehr. Ausdruck wiedergewonnener Stabilität, zugleich Voraussetzung für den klasse Offensivvortrag im dritten Abschnitt. Die Münsteraner waren auf dem Weg zum Korb deutlich kompromissloser, die beiden Jones-Jr.-Dreier und der von Paul Viefhues halfen in der Offense. Die 8-Punkte-Führung hielt nicht nur nach dem Tempovortrag von Andrew O`Brien zu Viefhues’ Fastbreak-Dreier (44:52, 27.). Die bewegliche Defense ermöglichte immer mehr Offensive (34:22 im dritten Viertel) und gar einen Sprung auf 63:50 vor dem Schlussviertel.
Ungefährdet in der Crunchtime
Nach dem 9:1-Lauf der Falcons drohte der Momentumwechsel (59:64, 34.). Die Auszeit von Götz Rohdewald fruchtete. Seine Mannschaft legte wieder eine bessere Offensive auf das Parkett und markierte ihre Zähler immer wieder für den Gastgeber entmutigend, so dass dieser nie nahe genug herankam. Es waren immer wieder die beiden Topscorer des Abends, Deshon Taylor und Curtis Jones Jr. (je 22 Punkte), die abgeklärt in entscheidenden Momenten die Übersicht behielten und Scoring lieferten. Die Uni Baskets machten den Extraschritt in der Verteidigung, die Bank feierte diese mit. So brachten die Münsteraner das Spiel nervenstark über die Bühne und hatten es spätestens mit dem Korbleger von Jones Jr. zum 62:73 gut 60 Sekunden vor dem Ende entschieden.
2. Basketball Bundesliga – 28. Spieltag
Nürnberg Falcons BC – Uni Baskets Münster 73:79 (15:8/28:29/50:63)
Nürnberg Falcons BC:
Whitt (12/2, 8 Reb.), Köpple (1), Feneberg (10/2), Taylor (7/1), Gkiouzellis (6/1), Baskin (9/1), Stoiber (7), Friederici (11/2), Chatfield (10/1), Lagerpusch
Uni Baskets Münster:
O’Brien (7/1), Viefhues (9/1), Dilschmann, Pahnke (2), Touray (9), Taylor (22/4), Grühn (2), Ani (4), Jones Jr. (22/1), Alston (2, 8 Reb.)
Viertelergebnisse:
15:8 / 13:21 / 22:34 / 23:16
Zahlen & Fakten:
Zweier-Quote: 53% (Nürnberg) / 64% (Uni Baskets); Dreier-Quote: 38% / 29%; Freiwurf-Quote: 42% / 69%; Assists: 15 / 6; Rebounds: 32 / 30; Turnover: 16 / 13
Schiedsrichter:
Kasemi, Damm, Krüger
Zuschauer:
1.738 (KIA Metropol Arena, Nürnberg)
Stimmen zum Spiel
Götz Rohdewald, Cheftrainer der Uni Baskets: „Ich bin unglaublich glücklich über den Sieg. Vor allem nach dem ersten Viertel, das anfangs eigentlich identisch mit dem letzten Spiel gegen Bremerhaven gewesen ist. In unserer Situation dachte ich: Hoffentlich erholen wir uns von dem 1:13 noch, weil es super schwer ist, den Kopf oben zu halten. Aber das haben wir geschafft. Wir haben uns zurückgekämpft, im zweiten Viertel sehr, sehr gut verteidigt und im dritten Viertel sehr, sehr gut offensiv agiert, in einen kleinen Rausch gespielt. Am Ende, als Nürnberg noch mal ein paar Läufe hatte, sind wir trotzdem einigermaßen ruhig geblieben und haben es nach Hause gefahren, was in unserer Situation nicht einfach ist. Ich bin sehr zufrieden und hoffe, dass uns das einen Push gibt.“
Ralph Junge, Falcons-Cheftrainer: „Die Münsteraner haben das verdient gewonnen. Wir waren heute nicht gut genug, um Münster zu schlagen. Daher: Gratulation an Götz und Münster.“
Paul Viefhues: „Wir haben uns Anfang der Woche als Team zusammengesetzt und vor allem mit den ganzen neuen Spielern nochmal wirklich ausführlich besprochen, wie wir was machen wollen und den Rest der Saison angehen wollen. Das haben wir dann auch direkt in der Trainingswoche konzentriert umgesetzt. Ich denke, die letzten paar Spiele hatten wir keine richtige Identität und haben sehr chaotisch gespielt. Jetzt, wo wir alle wirklich an Bord sind, konnte man direkt heute im Spiel eine Riesenveränderung sehen, was unsere Intensität, Aggressivität, aber auch unsere Struktur und Konzentration angeht.“
„Pink gegen Rassimus“ auch am Atruvia-Day
Weiter geht es für die Uni Baskets nächsten Samstag (19.30 Uhr) gegen PS Karlsruhe Lions. Am Atruvia-Day sind in der Halle Berg Fidel Tickets immer ein rares Gut, daher: schnell die restlichen Tickets sichern! Die Spieler der Uni Baskets Münster rufen erneut zur „weißen Wand“ und Kampagne „PINK gegen Rassismus“ auf: Jeder, der die Uni Baskets im Herzen trägt, soll das beim Heimspiel zeigen und Weiß tragen und/oder seine pinkfarbenen Akzente setzen!
Die restlichen Spiele der Uni Baskets
Sa, 28. März, 19.30 Uhr: UNI BASKETS – PS Karlsruhe Lions (Atruvia-Day, Tickets)
Sa, 4. April, 19.30 Uhr: UNI BASKETS – Tigers Tübingen (Tickets)
Fr, 10. April, 19.30 Uhr: SBB Baskets – UNI BASKETS (Public Viewing im Schaf)
Sa, 18. April, 19.30 Uhr: UNI BASKETS – Artland Dragons (Tickets)
Sa, 25. April, 19.00 Uhr: VfL SK-Stars Bochum – UNI BASKETS (Public Viewing im Schaf)
Sa, 2. Mai, 19.30 Uhr: UNI BASKETS – Phoenix Hagen (Tickets)







NBBL-Playoff-Achtelfinale, Spiel 2 Best-of-Three
Sonntag, 22. März, 16.30 Uhr: UBC Münster gegen Paderborn
Nächstes Heimspiel
Samstag, 28. März, 19.30 Uhr gegen Karlsruhe
